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Hygiene nach der Grippe: Was hilft & wann Desinfektion überflüssig ist

Written by Verwaltung | Jan 26, 2026 1:29:08 PM

Vor und nach der Grippewelle ist Hygiene mehr als Routine – sie ist Prävention. Ob in Spitälern, Pflegeheimen, Büros oder Sporteinrichtungen: Entscheidend ist nicht die Menge an Chemie, sondern das richtige Zusammenspiel von Reinigungsmethode, -mittel, Desinfektion und Einwirkzeit. Wer die Lehren aus Norovirus-Ausbrüchen und der Covid-Zeit ernst nimmt, schützt Mensch und Umwelt.Gründliche Händehygiene mit Seife oder Desinfektionsmittel ist die wichtigste Massnahme, um die Übertragung von Viren und Bakterien im Alltag zu verhindern.  

In Aarau, Winterthur und Zürich grassiert derzeit die Grippe. Besonders Infektionserreger, die über Hände und Oberflächen übertragen werden, sind in vielen Betrieben ein unterschätztes Risiko. Heikel wird es dann, wenn z. B. in Spitälern und Pflegeheimen ein Norovirus-Ausbruch droht. Noroviren sind hoch ansteckende Krankheitserreger, die weltweit vorkommen und akute Magen-Darm-Erkrankungen verursachen. Sie verbreiten sich sehr rasch über Tröpfchenübertragung.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont dabei die Grundsätze, die ebenso für Bürogebäude und öffentliche Einrichtungen gelten: Hände und Oberflächen erst mit Seife reinigen, dann wo nötig gezielt desinfizieren. Grundsätzlich gilt: Wenn man mit Seife reinigen kann, nutzt man keine Desinfektionsmittel. «BFS Gebäude Service verfügt über jahrelange Erfahrung in der hygienischen Aufbereitung von öffentlichen Einrichtungen wie Stiftungen und Spitälern. Entsprechend gut kennen wir uns mit den Bedürfnissen im Reinigen und Desinfizieren von Oberflächen aus», ergänzt Jérôme Gaberell, Verwaltungsratspräsident von BFS Gebäude Service.

1. Keime, Schweiss, Hautkontakt: Warum Matten besondere Hygiene brauchen
Ein besonders kritisches Beispiel sind Matten und Kontaktflächen im Sportbereich: Turn-, Yoga-, Fitness- oder Therapieturnmatten kommen regelmässig in direkten Kontakt mit Haut, Schweiss und teilweise auch Schleimhäuten. Sie gelten als typische Übertragungsflächen für Viren, Bakterien und Pilze. Deshalb reicht hier einfaches Abwischen oft nicht aus. So gehen Sie am besten vor: 

  • Zuerst gründlich reinigen und Schmutz, Hautfette, Schweiss entfernen
  • Danach – je nach Nutzung und Risikogruppe – gezielt desinfizieren und die Einwirkzeit strikt einhalten

Jérôme Gaberell: «Gerade in Schulen, Fitnesszentren, Kampfsport-Einrichtungen, Physiotherapien oder Reha-Kliniken ist eine fachgerechte Matten-/Oberflächenhygiene ein wichtiger Baustein, um Infektionsketten zu unterbrechen.» Jérôme Gaberell ist Verwaltungsratspräsident von BFS Gebäude Service.

2. Was Spitäler und Pflegeheime bei einem Norovirus-Ausbruch tun
«Wenn Noroviren im Umlauf sind, läuft die Hygiene nicht nach dem Motto ‹mehr Chemie = mehr Sicherheit›», führt er weiter aus, «sondern nach einem klaren Ablauf»:  

  • Kontaminierte Bereiche markieren und abgrenzen, v. a. Sanitärbereiche, Türklinken, Handläufe, Geländer, Bettumfeld (Hauptkontaktzone), Lichtschalter. 

  • Alle betroffenen Oberflächen gründlich reinigen, d. h. Schmutz entfernen, sonst wirkt die Desinfektion schlechter. 

  • Anschliessend desinfizieren: Das BAG nennt als Beispiel verdünntes Javelwasser (0,1 %) zur Flächendesinfektion.

  • Textilien und Materialien richtig behandeln, z. B. Wäsche-Handling, geschlossene Wäschesäcke, genügend hohe Waschtemperaturen bzw. spezielle Vorgehensweisen. 

Das Entscheidende: Putzequipen sollten nicht nur einmal schnell «darüberwischen», sondern systematisch; denn Noroviren überleben auf Oberflächen und reichen in kleinsten Mengen für eine Ansteckung. 

3. Lehren aus der Covid-Zeit: So funktioniert die richtige Reinigung

Covid hat gezeigt: Viele Desinfektionsfehler passieren nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Unwissen. Drei Punkte sind in der Praxis entscheidend: 

  • Seife und Alltagseiniger gehen vor 

Gründliches Händewaschen mit Seife ist laut BAG zentral. Und bei Flächen gilt: Erst reinigen, z. B. mit Allzweckreiniger, dann – nur wenn nötig – desinfizieren. Reinigung entfernt organisches Material und senkt die Keimlast, wodurch Desinfektion überhaupt erst zuverlässig greifen kann. 

  • Einwirkzeit ist kein Detail

Desinfektionsmittel funktionieren nur, wenn die Oberfläche während der ganzen Einwirkzeit sichtbar benetzt bleibt. Das BAG beschreibt Desinfektion als Verfahren zur Reduktion von Mikroorganismen und verweist darauf, dass Mittel für eine vorgegebene, praktikable Einwirkzeit zugelassen werden. Heisst: Die Einwirkzeit steht nicht zur Dekoration auf dem Etikett. 

  • Die Imprägnierung sollte nicht mit der Desinfektion verwechselt werden

Der Unterschied liegt in der Wirkung. Die Imprägnierung zielt darauf ab, dass die Fasern vor Feuchtigkeit und Verschmutzung langfristig geschützt werden. Die Desinfektion hingegen reduziert Keime und Bakterien (z. B. Intervall-Reinigung bei einem OP-Saal). Eine Desinfektion ist vor allem dann notwendig, wenn Keime und Bakterien in regelmässigen Abständen in hoher Konzentration auftreten. «Eine Desinfektion ist aber nicht immer notwendig. Im Alltag genügen häufig Reinigungsmittel auf Seifenbasis», erläutert Jérôme Gaberell. 

Fazit
Die Grundlage für gute Hygiene ist ein stringentes Reinigungskonzept. Häufig ist eine Reinigung mit passender Chemie und Dosierung ausreichend. Nur bei speziellen Anforderungen, wie zum Beispiel Operationsbereiche, oder bei Kontaminierung durch Viren oder Bakterien ist eine Desinfektion nötig. Ganz nach dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

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